Ein Lehrwerk auf Begrüßungstour

Das erste länderübergreifende Lehrwerk für den Sekundarbereich I, also für Schülerinnen und Schüler ab Klasse fünf geht auf Vorstellungsrunde. In Bremen wurde es von Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff persönlich an die Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan, übergeben. Das Länderzentrum für Niederdeutsch bedankt sich dafür recht herzlich!

Das Werk wurde von den beiden Autorinnen Katrin Konen-Witzel und Heike Hiestermann in zweijähriger Arbeit konzipiert und fertiggestellt. Beide sind Lehrerinnen und Landesfachberaterinnen in Niedersachsen. Das Kultusministerium in Niedersachsen hat ihnen Stunden zur Verfügung gestellt, damit dieses für den plattdeutschen Schulunterricht wichtige Werk entstehen konnte.

Als Herausgeber ist das Länderzentrum für Niederdeutsch (LzN) sehr dankbar, dass dieses Werk angeboten werden kann. Vom LzN aus wurde der Entstehungsprozess nicht nur eng begleitet. Für die einzelnen Kapitel haben die Mitarbeiter aus der Bremer Contrescarpe Dialoge verfasst, die in der nächsten Zeit von jungen Schauspielerinnen und Schauspielern der August-Hinrichs-Bühne in Oldenburg eingesprochen werden. Leider verzögert sich die Fertigstellung dieses Angebots aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Viele Texte von namhaften norddeutschen Autoren finden sich ebenfalls in dem Buch. Diese wurden von den NDR-Mitarbeitern Gerrit Hoss, Benita Brunnert und Thomas Lenz eingelesen und stehen auf der Internetseite des Länderzentrums zum Hören bereit.

Bis Ende dieses Jahres werden die beiden Autorinnen Heike Hiestermann und Katrin Konen-Witzel ebenfalls auf der Internetseite des LzN weiteres Zusatzangebot für das Lehrwerk zur Verfügung stellen. Einerseits wird es dort die Lösungen der Aufgaben geben und andererseits ein Arbeitsort für Schülerinnen und Schüler.

Das Buch ist ein Anfang für den Plattdeutschunterricht an weiterführenden Schulen – ein wichtiger Anfang.

Eine Frage wird bereits jetzt oft an das LzN gestellt: “Snacken oder schnacken ist klar, aber was ist praten und kören?” Die Antwort ist einfach. Hoch im Norden snacken die Leute Platt, in Niedersachsen – besonders im Bereich der niederländischen Grenze praten, proten, proaten, praoten die Menschen Platt und je weiter man in den Südosten Niedersachsens kommt, kören oder küren die Menschen Platt. Damit zeigt allein der Titel des Lehrwerks, wie bunt die plattdeutsche Sprache ist.

Aber egal wie bunt, Plattdeutschlernen macht mit diesem neuen Lehrwerk überall Spaß, besonders mit den phantasievollen Illustrationen von dem Bremer Hagen Schulze.