Folk-Festival Legenden up Platt

Fortsetzung als Festival – Over de Grenz

Für Freunde der plattdeutschen Folk-Musik gibt es nach dem Erfolg von 2019 und 2021 wieder ein Konzert unter dem Motto „Legenden up Platt“. In diesem Jahr findet die Veranstaltung als Folk-Festival auf Platt mit dem Titel „Legenden up Platt – Over de Grenz“ an zwei Tagen statt. Auftreten werden nicht nur Künstler*innen aus Ostfriesland, Friesland und Oldenburg, sondern auch aus den Niederlanden. Sie singen Gronings, die Regionalsprache der Provinz Groningen und die mit dem Plattdeutschen verwandt ist. Die Verbundenheit der beiden Sprachen soll in diesem Konzert dargestellt werden.

Am Samstag, den 27. August und Sonntag, den 28. August gastieren acht Musikergruppen in der Mühle Neermoor in Moormerland.

Bert Hadders und Joshua ten Doornkraat aus Groningen eröffnen am Samstag um 18.00 Uhr das Festival. Es folgen Iko Andrae und Band aus Oldenburg, Die Deichgranaten – Anni Heger und Insina Lüschen – aus Ostfriesland und zum Abschluss Laway aus Friesland.

Am Sonntag beginnt das Festival um 16.00 Uhr mit Jan Cornelius und Dreeklang aus Ostfriesland, Sabine Hermann mit Band aus Oldenburg, das Laway-Trio aus Ost-Friesland und Marlen Bakker mit ihren Musikern aus Groningen.

Den Abschluss an beiden Tagen wird ein gemeinsamer Auftritt der beteiligten Musiker*innen bilden.

Das sind die Künstler*innen:

Samstag, 27. August 2022

Der Groninger Liedermacher Bert Hadders wuchs in der niederländischen Gemeinde Drenthe auf und macht „handgemachte Musik“ in der niederländischen Regionalsprache Gronings. Die Lieder geben dem Zauber der Menschen und der Landschaft des Nordens wieder. Hadders Lieder erzählen Geschichten, mit viel Einfühlungsvermögen, Humor und Liebe zum Detail, über alltägliche Situationen und über Menschen aus seiner Heimat. Unterstützt wird er bei seinen Auftritten von Josua ten Doornkaat.

Iko Andrae – geboren 1960 in Jever geboren und lebt in Oldenburg. Sein Vater war der bekannte plattdeutscher Dichter  Oswald Andrea.

1983, 1984, 1985 und 1997 MC- und CD-Veröffentlichungen mit der ehemaligen Schülerband Neues Tun. Mit der Band Wrong Haircut veröffentlichte Iko Andrae zwischen 1992 und 2001 drei Studioalben und eine Live-CD. Tourneen durch Deutschland, Italien und die Niederlande folgten. Ende 2006 erschien die CD „Our Journey In A Cocktail Shaker“

Im Januar 2008 Erstaufführung des Programms „Riet Dien Muul Up“ mit Vertonungen von Texten seines Vaters Oswald Andrae und dessen Lyrik.

Zwischen 2011 und 2019 Kontrabass auf drei CD-Alben des niederdeutschen Songpoeten Helmut Debus.

2016/17 Aufnahmen zur ersten hochdeutschen CD ‚Beim letzten Mal, als ich hier war‘.
2020/21 Aufnahme für das CD-Album ‚Moses‘, das im Oktober 2021 auf dem Fuego-Label in Bremen veröffentlicht wurde.

Die Deichgranaten – das sind Annie Heger und Insina Lüschen – zwei Cousinen aus Ostfriesland, die unterschiedlicher und ähnlicher kaum sein können. Ihre gemeinsame Kindheit, gemeinsame Lieder und Traditionen führten die beiden zusammen.

Der Name „Die Deichgranaten“ entstand 2017 bei dem Kinofilm “Ostfriesisch für Anfänger“, wo beide als traditionelles Gesangsduo auftraten.

Anne Heger tourt mit Kabarettprogrammen, moderiert Galas, in Paillettenkleid oder Prinz Heinrich Mütze, auf Hoch-oder auf Plattdeutsch, durch die Republik und ist Autorin bei der NDR Kultreihe „Hör mal´n beten to“.

Wenn Insina Lüschen nicht gerade mit ihren hoch – und plattdeutschen Schlafliedern tausend kleine und große Menschen in den Schlaf singt, moderiert sie ebenfalls Galas oder eröffnet irgendwo die Grünkohlsaison und ist als Autorin bei “Hör mal´n beten to“ tätig.

Die Deichgranaten geben bei ihren Konzerten Einblicke in Familiengeheimnisse, entwickeln mit dem Publikum Weltverbesserungsvorschläge und singen und blödeln sich so in die Herzen der Zuschauer.

Seit über 40 Jahren stehen Laway auf den Bühnen der Region: Gerd Brandt gründete die Gruppe 1979 in Jever – seither hat Laway 14 Alben veröffentlicht und bei unzähligen Konzerten ihr Publikum begeistert. In plattdeutschen Liedern erzählen sie Geschichten über die Menschen zwischen Moor und Meer. Immer wieder überraschen sie ihre Fans mit neuen Facetten und erweitern dabei ihr musikalisches Spektrum. Gleich der erste Tonträger wurde 1983 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Die Band ist zudem Träger des Bad-Bevensen-Kulturpreises.

Das Trio La Kejoca ist spätestens seit Ihrem Album „Libertad“, dass im Februar 2022 mit der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, eines der Aushängeschilder des Folks in Deutschland. Keno Brandt, Jonas Rölleke und Carmen Bangert machen Folk mit Gesang, Geige und Whistles, Drehleiter, Banjolele und Gitarre . Sie präsentieren ein breites musikalisches Spektrum, mit ausgefeilten, klaren Satzgesängen, die ihre klassische Ausbildung immer wieder durchblitzen lässt.

Sonntag, 28. August 2022

Ein Auftritt von Hannes Wader und der Roman „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann waren in den 70er Jahren der Anstoß für Jan Cornelius, sich nach Anfängen in der Beat- und Skiffle-Musik der plattdeutschen Sprache zuzuwenden. Schnell machte er sich im Duo mit seinem Bruder Jürn Cornelius und zeitkritischen bis politischen Texten einen Namen. Dem ersten Auftritt 1977 in der Plytenbergschule in Leer folgte bald die erste LP, die mit Unterstützung von Karl Dall zustandekam. Doch die Wege der beiden in Hage geborenen und in Jemgum aufgewachsenen Brüder trennten sich 1984. Jan Cornelius machte als Solist weiter, aber ging nach seinem Studium auch dem Lehrerberuf nach. Mit Klaus Hagemann von den Emsland-Hillbillies trat Cornelius in der Region auf. Einen breiten Raum seines Schaffens nehmen plattdeutsche Kinderlieder ein. Dabei bemüht er sich um zeitgemäße Klänge, um so die plattdeutsche Sprache in spielerischer Form an die Kinder weiterzuvermitteln. Jan Cornelius wurde mit dem Bad-Bevensen-Preis ausgezeichnet.

Die Pianistin und Sängerin Sabine Hermann hat mit ihrer Musik eine
außergewöhnliche Hommage an die Sprache ihrer Vorfahren in Ostfriesland
geschaffen. Ihr erstes Album „Sangen“, auf dem die poetischen Texte in ein musikalisches Gewand gekleidet sind, welches akustische und elektronische Sounds gekonnt vereint.

„Ich habe als Kind nie Plattdeutsch gesprochen, aber es war die Sprache aller Erwachsenen in meiner Familie. Als ich anfing, Songs auf Platt zu schreiben, wurde mir bewusst, dass dies meine eigentliche Muttersprache ist.“
Das erklärt auch den Albumtitel „Sangen“, der nicht nur ein plattdeutsches Wort für
„Gesänge“ ist, sondern auch ihr Familienname mütterlicherseits.

Musik begleitet Sabine Hermann seit frühester Kindheit. Nach langjährigem Orgel- und Klavierunterricht, Chorgesang und einer Ausbildung zur Kirchenorganistin
studierte sie Musik auf Lehramt. Das Schreiben eigener Songs wurde laut Sabine
Hermann schließlich durch den Film „Wie im Himmel“ auf den Weg gebracht.
„Gabriellas Sång“, den bekanntesten Musiktitel des Films, hat sie folgerichtig in die
plattdeutsche Sprache übersetzt und fest im Programm sowie auf dem Album
„Sangen“ verankert.

Das LAWAY-Trio sind Albertus Akkermann, Jörg Fröse und Gerd Brandt. Sie spielen Lieder des legendären plattdeutschen Chansoniers Hannes Flesner. Dabei sind natürlich die Hits wie „Genever Marie“, „Rieka neei hum, is Damenwahl“, das Lied vom Pastor mit den kalten Füßen „Pastor Lubinus ut Backemoor“ und vieles mehr. Dazu kommen als reizvoller Kontrast Chansons von Serge Gainsbourg, Jacques Brel und Hannes Wader, von Folksängern wie Allan Taylor und Dougie MacLean, aber eben alles auf Platt und ab und zu auch mal etwas auf Hochdeutsch. Auch eigene Lieder aus der Feder von Albertus Akkermann und Gerd Brandt, interpretieren die Musikanten auf ihre ganz eigene Art mit Akkordeon, Gitarre und Mandoline.

Marlene Bakker ist eine besondere Erscheinung in der Musikszene der Niederlande. Eine Singer/Songwriterin wie sie gibt es nur einmal und auch ihre überwältigende tiefe Stimme sucht Ihres gleichen. Bakker singt Gronings, die Regionalsprache der Provinz Groningen, die in den nordöstlichen Niederlanden gesprochen wird und mit dem Plattdeutsch verwandt ist.

Für ihr Album „RAIF“ erhielt sie den prestigeträchtigen ‚Streektaalprijs‘ (Preis für Kulturprojekte in der Regionalsprache). Und mit der ersten Single aus dem Album, ‚Waarkhanden‘, gewann Marlene den Bosklopper-Pokal für das beste Lied auf Gronings.

Man muss kein Gronings sprechen, um von der filmisch anmutenden Atmosphäre von Marlenes Musik – voller Verlangen, Wehmut und Romantik – berührt zu werden. In ihren Liedern transportiert sie die Magie des Nordens und erschließt die urwüchsige Groninger Sprache für den zeitgenössischen Indie-Pop.

Gefördert wird dieses Konzert von der Ostfriesischen Landschaft und dem Land Niedersachsen (Niedersachsen dreht auf).  

Die Karten gibt es bei der Touristik Moormerland Dr.-Warsing-Straße 79 in Moormerland sowie per E-Mail: legenden21@gmx.de . Die Tageskarten kosten 20 €, eine Karte für beide Tage 30 €.

Allgemeine Infos

Legend up Platt- Over de Grenz

Veranstaltungsort: Mühle Neermoor, Kirchstraße 17 in Moormerland

Samstag, 27. August 2022

Beginn 18.00 Uhr / Einlass 17.00 Uhr

Mit: Bert Hadders & Joshua ten Doornkant, Iko Andrae & Band, Die Deichgranaten, Laway

Sonntag, 28. August 2022

Beginn 16.00 Uhr / Einlass 15.00 Uhr

Mit: Jan Cornelius & Dreeklang, Sabine Hermann & Band, Laway-Trio, Marlene Bakker &    Band

Eintritt: Ein Tagesticket 20 €

             Zwei Tagesticket 30 €